Sonstige Veranstaltungen und Hinweise

Sonntag 12. September 2021

Tag des offenen Denkmals. Rundgang zu Baudenkmälern in Bonn Duisdorf

Vortrag im Akademischen Kunstmuseum der Universität Bonn

Wir beginnen am denkmalgeschützten Rathaus von 1904/5, das wir außen und innen besichtigen, gehen zum Alten Friedhof Duisdorf, dem ehemaligen Haus eines jüdischen Bürgers, zur Sankt Rochuskirche von 1862, der daneben liegenden ehemaligen Volksschule von 1865 (heute VHS und AWO), wandern ins Oberdorf zur kurfürstlichen Quelle von 1550 und weiter zum Kulturzentrum (Saal Schnitzler, zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet), das wir von außen und innen besichtigen. Den Abschluss bildet die ehemalige Wasserburg (heute Café Vogt), Ursprung des Ritters von Dudesdorp, der 804 sein Anwesen dem Cassiusstift (heute Bonner Münster) schenkte.

Treffpunkt:
12.00 Uhr vor dem Rathaus Hardtberg, Villemombler Straße 1, Dauer: ca. 1 ½ Stunden
Kosten:
Keine. Teilnehmerzahl bis etwa 40 Personen
Organisation:
Heiner Eckoldt, Stephan Rothkegel / Referenten: Heiner Eckoldt (RVDL), Stephan Rothkegel (BHGV)

 

Kurze Filme auf unserer Homepage

Da in diesen Monaten die möglichen kulturellen Veranstaltungen eingeschränkt sind, möchten wir Ihnen über unsere Internetseite Kurzfilme von Arnold E. Maurer zu Bonner Themen zeigen. Die Kurzfilme sind ab dem 20. August auf der Internetseite des Bonner Heimat- und Geschichtsvereins eingestellt.

Karoline Großmann, Bonner Theaterleiterin im 18. Jahrhundert

Bonn hatte im 18. Jahrhundert eine Theaterleiterin, eine junge Frau, in zweiter Ehe mit G. F. W. Großmann, Schauspieler, Dramatiker, Theaterunternehmer verheiratet. Während Großmann nach 1778 in Mainz und Frankfurt spielte, auch in Pyrmont, der Sommerfrische potenter Theaterbesucher, also das Leben eines Wanderprinzipals führte, leitete Karoline Großmann die „stehende“ Bonner Bühne, das kurfürstlich unterstützte Nationaltheater. Die Briefe an den Ehemann zeigen die Schwierigkeiten der jungen Frau auf, sich gegen renitente Schauspieler durchzusetzen und finanzielle Verhandlungen mit dem Hof zu führen. Karoline starb erschöpft mit nur 31 Jahren (auch) an den Folgen ihrer achten Schwangerschaft. Der Hoforganist Christian Gottlob Neefe schrieb ihren Nachruf und bewahrte so ein wahrlich schlimmes Schicksal aus kurfürstlicher Zeit vor dem Vergessen.

Luigi Pirandello, Romancier und Dramatiker, späterer Nobelpreisträger für Literatur, als Bonner Student

Für anderthalb Jahre, in den Jahren 1889 bis 1891, war Luigi Pirandello Bonner Romanistik-Student, lernte Deutsch, verliebte sich in Jenny Schulz-Lander, erkundete die Bonner Umgebung, schrieb Lyrik und promovierte auch noch, eine beachtliche Leistung. Seine „Briefe aus Bonn“ (Lettere da Bonn) spiegeln diese Zeit voller Anregungen, geben gleichzeitig aber auch dem Bemühen Ausdruck, der Familie ein bestimmtes Bild vom ‚kalten‘, ‚nebligen‘, ‚militarisierten‘ Bonn zu vermitteln, das in Teilen sicher eine Art Abziehbild darstellt, hinter dem sich der spätere Romancier und Dramatiker, Nobelpreisträger für Literatur, wunderbar verstecken konnte. Seine Zukunft sah er dann in Italien.

Die Bonner „Lese“ – aufklärerische Gesellschaft des 18., dann bürgerliche Gesellschaft des 19. Jahrhunderts

Die Bonner „Lese“ existiert auch 200 Jahre nach ihrer Gründung (1787) noch und feiert fröhliche Urstände. Der Austausch über gesellschaftliche und politische Fragen wie auch das gemeinsame Erleben, etwa auf Wanderungen und bei Exkursionen, stehen im Vordergrund der Aktivitäten. Begonnen hatte man als strikt aufklärerische Gemeinschaft (nur) von Männern, die im politischen Leben Bonns, gefördert durch den Kurfürsten, den Ton angaben, vor-revolutionäre Gedanken aus Frankreich begierig aufnahmen, diese in einem Lesekabinett im „Alten Rathaus“ vertieften. Im 19.Jahrhundert kam der Gedanke der gesellschaftlichen Freizeitpflege („Erholung“) hinzu. Schließlich besaß man an der Adenauerallee ein großzügiges Gesellschaftshaus (1944 zerstört), das man selbst für Kongresse zur Verfügung stellen konnte. Die „Lese“ war über Jahrzehnte ein herausragender gesellschaftlicher Treff Bonns, für die Bürger der Stadt und auch die Professoren der Universität.